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Freitag, 20. Juni 2014

Eins eins zwo



Huhu, nicht erschrecken. Ich bin‘s heute schon wieder, die Suse. Nein keine Angst, weder hab ich jetzt hundertachtziggrad gekapert, noch haben wir uns gestritten, noch sind die anderen drei unabgestimmt gleichzeitig in den Urlaub gefahren.
Nein, es gibt lediglich einen kleinen terminlichen Engpass bei dem für heute im Plan eingetragenen Teammitglied. Und da ich dieses Mal die einzige war, die als (freiwillige) Feuerwehr einspringen konnte, müsst ihr zu wiederholtem Male mit mir Vorlieb nehmen.

Es ist nämlich so -und da plaudere ich mal ein bisschen aus dem Nähkästchen- dass für das 180°-Team im Zweimonatsrhythmus ein Plan erstellt wird, in dem zunächst vorgeschlagen und anschließend festgelegt wird, wer wann dran ist. Das ist sehr praktisch und gar nicht kompliziert, denn schließlich werden ja immer nur die Dienstage und Freitage belegt, es sei denn es ist Blogpause, dann ist… genau gar kein Tag beplant :o)

Der letzte Freitag „gehört“ meistens susa, weil da die Weinrallye stattfindet und wer könnte das besser als sie… wobei wir anderen natürlich auch dürfen, wenn wir mögen,  da sind wir tolerant.

Und wenn an einem Tag mal niemand kann, dann springt auch manchmal der Leo ein.

Ab und zu passiert es aber auch mal, dass jemand kurzfristig absagen muss. Meistens funktioniert das auch ganz gut, so dass unsere werte Leserschaft da gar nix von mitbekommt, der Beitrag pünktlich erscheint und intern getauscht wird.
Tja, und dann gibt es eben auch Tage wie diesen, an denen irgendwann nachmittags ein Hilferuf erschallt, an dem es dann schon schwieriger wird. Selbst der Leo konnte nicht, er hat heute nämlich Kennlerntag mit der Luzie und irgendwie ist da Boddoh und jede Menge Romantik im Spiel. Es sei ihm gegönnt.

Regelmäßige Leser ahnen sicher auch schon, um welches Teammitglied mit Terminplanungsschwäche es sich da wieder mal handeln könnte. Aber selbst wenn die Spatzen es schon von Dächern pfeifen...


...oder auch nicht, meine Lippen Tastatur bleibt da jedenfalls verschlossen.

Dazu fällt mir nur noch ein Poesiealbumspruch oder aber auch leicht abgewandelt h der Titel eines bekannten Uraltschlagers ein…

Dann will ich mal das Nähkästchen wieder schließen und komme zum heutigen Rezept, schließlich ist und bleibt hundertachtziggrad ein Foodblog, serviceorientiert, darauf legen wir einstimmig Wert.

Zur Versöhnung und ggf. Besänftigung aufgrund der unverzeihlichen Verspätung habe ich einen 80er Jahre Kuchenklassiker mit neuer Interpretation nach  Herbert Hintner hergestellt:

Dienstag, 10. Juni 2014

Obacht Ohrwurm!


Unser Garten befindet sich ganz in der Nähe der Isar, einem Abschnitt der Isar, der mit Flößen befahren wird. Diese Floßfahrten starten in Wolfratshausen und enden in München an der Floßlände. Neben der schönen Landschaft werden zur Unterhaltung der Besatzung Kaltgetränke und eine musikalische Begleitung geboten, letztere in der Bandbreite Blasmusik bis Partymucke. Wenn der Wind ungünstig steht kommen wir so in den Genuss mit beschallt zu werden. Da unser Garten tendenziell gegen Ende der Fahrt liegt ist die Stimmung an Bord prächtig und die Musik entsprechend. Und da passiert es immer wieder: ich fange mir einen Ohrwurm ein.
Als bekennender Serviceblog hier eine kleine Auswahl zum Mitnehmen (als Zusatzservice habe ich zum Nachhören Links eingestellt). Die Liste darf gerne nach Belieben ergänzt werden...

Dienstag, 4. Februar 2014

Einfach mal...

...runterkommen.


Eine Runde spazieren gehen.



Sich an Kleinigkeiten freuen.


Kuchen essen.

Freitag, 24. Januar 2014

Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, ein Urlaubsmenü



Langsam kehrt in unserer kleinen Blogger-WG wieder die Normalität ein und nach all den Turbulenzen des letzten Jahres ist das nicht das Schlechteste.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen und das ist noch schöner, wenn es mit guten Freunden und in wunderbarer Umgebung genossen wird. Im Urlaub. Der ist zwar schon fast nicht mehr wahr, aber zwischen diversen Weinrallyes, Adventskalender, Weihnachtsmenü und Leos Neujahrsansprache war nie Platz für die kleine Nachlese.

Aber jetzt, passend zu unserem Leitmotiv "Menüs".

Wie wohl inzwischen jeder weiß, haben wir, also vor allem der Leo und sein bester Freund, der Jungolo, letzten Herbst eine kleine Weinreise an die südliche Rhône unternommen. Bei diesem Ziel trifft es sich gut, dass man auf Hin- und Rückreise im Burgund vorbei muss, aber das kennt ja fast jeder. Im Burgund muss man natürlich auch im Lameloise gegessen haben, was aber bei aller Klasse zeigte, dass es auch bei Dreisternern Abstufungen und somit für diese altehrwürdige Institution noch Luft nach oben gibt.

Dafür haben wir im verschlafenen Örtchen Gigondas, schon seit jeher eines meiner Lieblingsziele, eine wunderbare Restaurantentdeckung gemacht, die ich gerne mit Euch teile.

Mir oblag die Reiseleitung, also Planung von Kultur, Erholung, Weingutsbesichtigung, Essen und Trinken und so stand für den 25. Oktober letzten Jahres auf dem Programm: Fahrt nach Gigondas, kleine Jahrgangsvertikale im Caveau (die allerfreundlichste Maison du Vin, die ich in Frankreich kenne), kleine Wanderung ums Dorf herum, Mittagsimbiss, Nachmittag Besuch der Domaine Brusset mit Degustation – das übliche Weinamateurprogramm.

Gigondas besteht aus etwa 7 Straßen, hat ca. 500 Einwohner, eine sehenswerte kleine Kirche mit teilweise wirklich spannender Kunst drum rum (manches allerdings auch von der Art "ist das Kunst oder kann das weg?"), eine postkartenidyllische Epicerie, bei der es nichts gibt, was es nicht gibt, zwei Restaurants, den Caveau du Gigondas, ein Tourismusbüro, die Mairie und ein paar Weingüter. Und das war's.

Der stets auf Sicherheit bedachte Herr susa bestand darauf, dass ich im – wie die Papierform andeutete – ersten Haus am Platze reservierte, obwohl mir das für einen kleinen Mittagstisch unnötig erschien. Und das war gut so. Das kleine Restaurant l'Oustalet (auf der Collage oben im Bild unten links) war gut besucht (d.h. von seinen 8 Tischen waren 6 besetzt) und um einen Tisch fragende Gäste wurden abgewiesen.

Meine Wahl, dort zu essen, hatte ich insbesondere wegen der veröffentlichten Weinkarte getroffen. Alle Rhôneerzeuger, die Rang und Namen haben, und noch ein paar, die erst noch Rang und Namen haben werden, sind vertreten mit sehr fair kalkulierten Preisen und einer erstaunlichen Auswahl. Der Leo konnte sich an den präsentierten Weinen gar nicht satt sehen.

Außerdem werden sowohl Menüs mit gesetzter Weinbegleitung angeboten als auch zu jedem à la Carte-Gericht eine Weinempfehlung gegeben, von denen einige auch glasweise ausgeschenkt werden. Das ist in Frankreich so selten wie ein ungedopter Radfahrer bei der Tour de France. Dort bestellt man selbst in den aller renommiertesten Häusern den Wein flaschenweise zum Essen von einem Sommelier leidlich auf das Menü passend gemacht und nimmt ggf. zu foie gras oder Käse und Dessert noch einen Sauternes per Glas.

Wir haben schweres Herzens nur das kleine dreigängige Mittagsmenü gegessen, sonst hätten wir die restliche Nachmittagsplanung vergessen können, zeitlich und konditionsmäßig. Und freuten uns auf die Gelegenheit, auf die einzelnen Gänge perfekt abgestimmt Weine zu genießen. An dieser Stelle ein besonderes Kompliment an die beiden engagierten und sehr kenntnisreichen Bedienungen (Sommelier und Kellner in Personalunion).

Dienstag, 26. November 2013

180° Weihnachtsmenü 2013 - das Dessert




Hach, ich bin immer wieder ganz von den Socken, obwohl wir diese Gegend an vielen Tagen haben. 


Aber allein der Anblick der herrlich aussehenden schwarzen Heidschnucken, die sich in Herden und einer undurchschaubaren Choreografie tummeln sowie das vielfältige Violett der nicht minder optisch attraktiven Lüneburger Provinz ist einfach großartig.




Heimat ist ja so eine Sache; während Mode eine reine Geschmacksache ist, sie gefällt oder gefällt eben nicht mehr, kann Heimat nicht ausgewählt und nicht in der Altkleidersammlung entsorgt werden.


Ich für meinen Teil habe mich bei unserem Menü zu einen Kurztrip nach Hause, in mehrfacher Hinsicht hinreissen lassen, und (m)eine weihnachtsmenütaugliche Demonstration von Herbstdepressionsvertreibung zusammen gestellt.

Folgerichtig habe ich mich dabei verschiedener heimatlicher Rezepte, also auch aus der virtuellen Heimat, bedient.

Dienstag, 1. Oktober 2013

Herbstarbeiten unter Aufsicht

… und zwar unter ausgesprochen aufmerksamer!
Den Herbst kann man beim besten Willen nicht mehr leugnen, trotz sonnenreicher Altweibersommertage mit blauem Himmel und weißen Wölkchen. Sobald die Sonne weg ist –und das ist sie merklich früher- wird’s zapfig. Zeit so langsam die fälligen Herbstarbeiten im Garten anzugehen. Zumindest kälteempfindliche Zimmerpflanzen gehören reingeholt und auch die Chilis, die dieses Jahr wegen dem kalten Wetter im Frühjahr so spät dran sind, wandern aus dem Hochbeet auf einen warmen Fensterbankplatz, um wenigstens noch die Chance auf einen kleinen Ernteerfolg zu haben.

Das alles mach ich natürlich nicht allein! Begleitet werde ich -abgesehen vom ausgesprochen fleissigen Herrn Toni- von einem unerschrockenen Rotkehlchen, das mir auf Schritt und Tritt folgt und alles sehr interessiert beobachtet. Besonders großen Anklang finden bei Ihm eben erwähnte Topfrück- und Ausgrabaktionen, weil dabei kulinarisch –zumindest aus Rotkehlchensicht- ordentlich was geboten ist. Und weil ich das so gut gemacht habe, hat es sich anschließend noch für ein kleines Fotoshooting Zeit genommen. Putzig, oder?

Auch wenn jetzt um ein paar Topfpflanzen ärmer, ist der Garten immer noch schön bunt. Und die letzte Brombeerernte reicht gerade für ein nettes Dessert…

Brombeer-Baiser-Eis, Brombeer-Cassis-Coulis, Sesam-Brownie 






Brombeer-Baiser-Eis, Brombeer-Cassis-Coulis, Sesam-Brownie (4 Personen)

Brombeer-Baiser-Eis 
Elines Eisgrundmasse (halbe Menge)
200g Brombeeren
Saft von einer halben Zitrone
50g Zucker (nach Geschmack auch etwas mehr oder weniger)
50g Baiser

Brombeeren mit dem Zucker und dem Zitronensaft mischen, einmal aufkochen, pürieren, passieren und abkühlen lassen. Eisgrundmasse in der Eismaschine gefrieren, sie soll aber noch cremig sein. Dann die Brombeermasse in der Eismaschine cremig frieren, Baiser zerbröseln und beides unter die Eisgrundmasse mischen. Das ganze darf ruhig schön marmoriert sein. Dann noch einige Zeit in die TK-Truhe geben.

Brombeer-Cassis-Coulis 
100g Brombeeren
100g schwarze Johannisbeeren
50g Zucker (nach Geschmack mehr oder weniger) Alles pürieren und passieren.

Sesam-Brownies (nach einem Rezept von Nils Henkel)
80 g Butter
50g Milchschokolade
1 Ei
80g Rohrzucker
50g Mehl
50g Sesam

Schokolade schmelzen, Butter cremig rühren, geschmolzene Schokolade untermischen. Ei und Zucker schaumig rühren und unter die Schokobutter mischen. Mehl darübersieben und den Sesam einstreuen, und vorsichtig vermischen. In eine gut gefettete Kastenform ca. 2cm hoch einfüllen und bei 200° 15-20 min. backen (Stäbchenprobe). Erkalten lassen und zuschneiden.

Anrichten
Mit einem Silikonpinsel einen Streifen Coulis auf die Teller auftragen, ein Stück Brownie und eine Nocke Eis darauf setzen. Mit einem Tupf Sahne, Brombeeren und Baiserbrösel anrichten.


Dienstag, 10. September 2013

Waschtag



Waschtag, besser bekannt als "Große Wäsche", das Grauen meiner Kindheit hatte einen Namen (der andere Name war: saure Nierchen). Waschtag war alle vier Wochen montags von morgens bis abends. Dann kamen alle die sperrigen Dinge, wie Bettlaken, Tischleinen usw. in die Wäsche und das bedurfte der uneingeschränkten Aufmerksamkeit der Hausfrau und ihres Teams. Nicht wie heute, wo immer mal eine Waschmaschine so nebenbei läuft.

Als Kind schlich man dann lieber leise wie ein Mäuschen auf Zehenspitzen ins Haus, wenn man von der Schule kam, denn die mütter- und großmütterlichen Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Und wenn sie einen entdeckten, fiel ihnen immer sofort etwas ein, wobei man dringend helfen musste. Die Frage ob und was es zu essen gäbe, verkniff man sich auch lieber, sie erübrigte sich sowieso, dazu weiter unten mehr.

Obwohl unser Haushalt ja schon seit Menschengedenken sehr fortschrittlich eine automatische Waschmaschine beherbergte, war die Sache deswegen kein bisschen einfacher. Das gute Stück hatte z.B. noch kein eingebautes Schleuderprogramm, zum Schleudern musste man die heißen klatschnassen Wäschestücke mittels einer großen Holzzange (wie eine Würstchenzange nur größer)  in eine eigene Wäscheschleuder stecken, ein Gerät von unzähmbarem Bewegungsdrang, das nur unter Aufsicht betrieben werden konnte. Und mit dem ausgeschleuderten Wasser wurden Socken und kleine Wollteile kurz durchgewaschen. Überhaupt wurde noch längst nicht alles in der Maschine gewaschen. In der Waschküche gab es noch ein großes Becken, in dem jede Menge Handwäsche erledigt wurde, zum Beispiel Omas Korsetts, schweinchenrosa Ungetüme mit hunderten Häkchen, Ösen und Schnüren, über deren Funktion wir lange und ausgiebig rätselten. Und mit dem Wasser aus dem Maschinenspülgang (das wurde natürlich! aufgefangen, Nachkriegsgeneration, die hat das mit der Weiter- und Mehrfachverwendung einfach in den Genen) wurde der Keller geputzt.

Am Waschtag musste man auch ständig das Wetter im Auge halten, schließlich musste die Wäsche ja draußen auf der Leine trocknen, ideal war ein sonniger, wolkenloser Tag mit etwas Wind. Keller war nur für Notfälle, oder im Winter. Und die Bettlaken wurden wann immer möglich zum trocknen und bleichen auf dem Rasen ausgelegt, der deswegen am dem Waschtag vorangegangenen Samstag gemäht und geharkt zu sein hatte.

Das höchste Hausfrauenideal war, dass man möglichst an ein und demselben Tag die Wäsche gewaschen, getrocknet und gebügelt hatte und die blütenweißen frisch duftenden Stapel abends wieder in den Schrank räumen konnte. Für die Blütenweiße gab es übrigens "Waschblau" , bei dessen Verwendung man sich nachhaltig blau gefärbte Hände einhandelte. Trotz aller Werbeversprechungen traute man wohl Persil alleine doch nicht die ultimative Weißmachkraft zu.

Dass an einem solchen Tag fürs Kochen wenig Zeit war, versteht sich von selbst und deswegen gab es am Waschtag Eintopf, der wurde bereits am Vorabend vorbereitet und brauchte dann nur noch "aufgesetzt" zu werden. Bei uns war montags Waschtag, da rückte auch unsere Haushaltshilfe Renate zur Unterstützung an. Und deswegen war jeder Waschtag Eintopftag, es gab abwechselnd  Erbsensuppe, Wirsingeintopf, Linsensuppe, Gemüseeintopf oder Schnippelbohneneintopf. Dazu Schwarzbrot mit viel kalter Butter.

Und um die gegen Nachmittag bröckelnde Moral der waschenden Damen wieder zu heben, gab es vor dem letzten Wäschebügeln (Oberhemden, Kittel, Blusen, Servietten etc. waren schon erledigt, das machte die Fee am Bügeleisen quasi mit links) Kaffee und Obstkuchen, im Spätsommer und Herbst Pflaumenkuchen, Prummetaat. Der war bereits vormittags gebacken worden und nachmittags gerade richtig durchgezogen.

Vorher ging es an die Paradedisziplin für uns Kinder, die Bettwäsche: "abnehmen und recken", d.h. man stand Mutter oder Großmutter gegenüber, das frisch gewaschene und getrocknete Laken an den schmalen Enden angefasst, zog es straff und ruckelte es hin und her, um es vor dem Bügeln geschmeidig zu machen. Und natürlich zog man immer entweder zu fest oder nicht fest genug, ließ das Laken zu tief durchhängen oder man reichte zum Falten die falsche Seite an – nie nie nie konnte man es recht machen. Nur die Aussicht auf Prummetaat hielt die Stimmung im Gleichgewicht.

Prummetaat ist eine rheinische Institution. Ich will ja gar nicht in Abrede stellen, dass es Pflaumenkuchen überall auf der Welt gibt mit den mannigfaltigsten köstlichsten Rezepten. Prummetaat ist ja nicht einfach Pflaumenkuchen, Prummetaat ist rheinisches Soulfood, süß-säuerlich, mit viel Zucker und natürlich auf Hefeteig, beware of cheap imitations, Mürbeteig, Rührteig, Quark-Öl-Teig können niemals diesen wunderbaren Kuchenduft ins Haus zaubern und ergeben nie-niemals diese einzigartige wunderbare Fluffigkeit und auf keinen Fall gehen sie mit dem ausgetretenen sirupartig verkochten Pflaumensaft diese geniale Verbindung ein. Ein guter Pflaumenkuchen ist oben ein ganz klein wenig matschig oder eher cremig. Das geht nur mit einem ordentlichen Hefeteig, mit ein bisschen Milch, Zucker und Ei. Und ohne Streusel oder – oh Schreck – Topping. Schlagsahne gehört da drauf, nicht zu knapp.

Und dann hab ich gedacht, also ein Rezept für Prummetaat muss ich hier ja nun wirklich nicht mehr reinstellen, da gibt es zig im Netz, da verlink ich ganz fesch, fertig. Pustekuchen, ich muss feststellen, so wie der bei uns gemacht wird, also *hust* das einzig wahre Prummetaatrezept, das hab ich nirgendwo gefunden. Das geht natürlich nicht, da muss ich die niederrheinische Ehre retten und lade Euch heute auf einen Stück ein, derweil unten im Keller Waschmaschine und Wäschetrockner ihren Job machen.

Mittwoch, 31. Juli 2013

Das Fenster zum Hof


… zu unserem Hof, der zugegebenermaßen nicht besonders schmuck ist. Noch, da soll sich die nächste Zeit was tun. Und trotzdem ist er schon heute sehr beliebt, bei schönem Wetter ist die Biertischgarnitur regelmäßig bevölkert.
Abendessen, Kaltgetränke und Gläser werden nach unten geschafft, jeder probiert bei jedem und natürlich wird ausgiebig geratscht. Seit letztem Jahr haben wir auch die Tradition des Hoffests eingeführt.
Ich brauche nicht erwähnen, dass es im Vorfeld einer Menge Hofsitzungen bedarf, um das entsprechend zu beplanen. Dieses Jahr waren wir besonders sorgfältig!Am Abend vor dem Hoffest fand sogar eine kleine Generalprobe statt. Darf schließlich nichts dem Zufall überlassen werden!

Und auch dieses Jahr ist es wieder ein launig-fröhliches Fest. Das kann auch das warm gelieferte Fassbier nicht verhindern, sondern sorgt lediglich für einiges Gewusel im Hausflur, weil kurzfristig sämtliche in den Kühlschränken vorhandene Biervorräte zusammengetragen werden. Zeit überbrücken, bis Herr Toni und Nachbar G für Ersatz in Form von zwei gekühlten Kästen sorgen! Dann heißt es Grill an, Musik an, das bunte Buffet stürmen und feiern!



Hier eine kurze Zusammenfassung des Abends:

- "Warmer Erdbeersekt schmeckt am besten!" Erstaunlicher Weise war die Flasche am Ende des Abends tatsächlich leer

- "Hauptsache wir haben jetzt Bier!"

- Ein roter Eimer kann viel Freude bereiten


- Erkenntnis: Die Tanzperfomance vom Lieblingsnachbar und mir hat noch deutlich Luft nach oben.

- Glücksmomente: "Das ist nicht unser Babyphone!"

- Nachbarin B vermisst noch immer ihren seit dem Osterbrunch verschollenen Tortenheber

- "Wo sind die Fleischpflanzerl hin?!" Zu später Stunde das Buffet plündernd…

- " Wo sind meine Schuhe? Das sind nicht meine Schuhe!" Zu später Stunde nach dem Plündern des Buffets…

- Das Haus verliert nix!


Schee war’s!

Unser Beitrag zu Buffet und Grillen: Suses deluxe Feinribs und das Dessert. Crème brûlée und Panna cotta mit Cassis-, Weinbergpfirsich- und Kirschcoulis. 


An dieser Stelle ein Tipp für Crème brûlée in Elchgläsern. Einem handelsüblichen Bunsenbrenner halten die Dinger nicht stand. Hier braucht es tatsächlich einen dieser handtaschengeeigneten Gourmetbrennern, den der Lieblingsnachbar glücklicherweise zur Verfügung stellen konnte.

Und jetzt geh ich noch auf einen Absacker in den Hof...

Mittwoch, 17. Juli 2013

Grillmenüs

...sind hier im Blog bisher echte MännerPraktikantensache. Also nicht dass wir Mädels nicht auch ordentlich anheizen, z.B. Suse mit Heidschnucke und einem mords Stück Rib-Eye, Gemüse kommt auch nicht zu kurz und auch vor Fisch schrecken wir nicht zurück. Lediglich ganze Grillmenüs hat bisher nur der Praktikant auf den Tisch gebracht. Zweimal schon *klick und *klick! Allerdings unter Anleitung von Herrn Lafer. Aber so können wir das natürlich nicht stehen lassen! Deswegen folgt an dieser Stelle das 180° Mädelsgrillmenü, selbst-ver-ständ-lich ganz ohne fremde Anleitung...

Dienstag, 18. Juni 2013

So wie Sissidingens...


...nein, nicht Sissi und der Wilde Kaiser, das Thema hatten wir ja bereits vor sechs Monaten, sondern wie der mit dem Stein und dem Berg...na, wie hieß der doch gleich... der olle... Sisyphus, ja genau der wars (die richtige Schreibweise musste ich erst mal nachschlagen).
Also so wie der sich gefühlt haben muss, nämlich ziemlich verar... ähem veräppelt, so ähnlich ging es mir, als ich erst kürzlich versucht habe, die aufblühende Pracht meiner Schwertlilien im malerischen und  -wie ich finde- äußerst fototauglichen Halbschatten über den Sensor meiner Kamera auf die Speicherkarte zu bekommen.
So ein laues Lüftchen bei spätfrühlingshaften bzw. frühsommerlichen 25°C hat schon was, sicher, aber doch bitte nicht, wenn ich langstielige Naturschönheiten FOTOGRAFIEREN MÖCHTE!!!

Damit Ihr versteht was ich meine, hier mal 46 Sekunden zum Ungeduldigwerden ;o)



Zum Glück besitze ich eine bisweilen stoische Ruhe und Ausgeglichenheit und lass mich nicht so schnell abwatschen wie der olle Sisyphus, selbst wenn mir jemand mit so einem sinnlosen Quatsch wie dem Berg und dem Stein käme.
Schließlich gibt es ein paar gravierende Rahmenbedingungen, welche mir gegenüber dem armen, unwissenden Helden der griechischen Mythologie deutliche Vorteile verschaffen.

Da wäre als erstes mal der Umstand der Vielgötterei, welche schon seit geraumer Zeit zugunsten eines einzig Herrschenden (zumindest je Weltreligion) abgeschafft wurde. Keine komplizierten Strukturen mehr, bei denen die Ressorts so kleinklein aufgeteilt sind, dass man droht, den Überblick zu verlieren, wenn man wegen eines Anliegens jemanden um etwas bitten muss. Nein, dafür haben wir heute ja die Polititk.
Heutzutage muss man sich -wenn überhaupt- nur mit einem einzelnen "gut stellen", der auch noch erklärter Menschenfreund ist, was die Sache ungemein erleichtert.

Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen sind da als nächstes die technischen Mittel, die uns im Jetzt beschert sind.
Mal angenommen, ich sollte wider Erwarten so in Ungnade fallen, dass mir die Stein-Berg-Aufgabe aufgebrummt würde, was würde ich wohl tun? Genau! Ich zückte mein Smartphone, googelte nach dem nächstgelegenen Baumaschinenverleih und ließe mir mit dem Tieflader einen Stemmbagger und einen Radlader direkt zum Fuße des Berges liefern. Mit dem Stemmbagger wäre die Bergspitze in Nullkommanichts aufgebrochen und begradigt, ja sogar eine kleine Mulde wäre eingearbeitet und mit dem Radlader wäre der Rest mit dem Stein dann auch fix erledigt.

Drittens sei noch der bedeutendste Unterschied beschrieben, nämlich der, dass Sisyphus ganz im Gegensatz zu mir ein männliches Wesen war. Glaubt etwa jemand im Ernst, ICH (oder auch jede andere selbstbewusste Frau!) hätte mir so eine bekloppte Strafe aufbrummen lassen? Wer glaubt er denn, wer er ist, der Herr Zeus, dass er mir, bloß weil er sich auf den Schlips getreten gefühlt hat, eine völlig sinnfreie und körperlich unerhört anstrengende Tätigkeit hätte aufbrummen können? Nix da! Den hätt' ich schön in Grund und Boden diskutiert! Von wegen Zumutbarkeit, einseitiger, völlig ungesunder Belastung der Wirbelsäule,  Absurdität der gestellten Aufgabe wegen Aussichtslosigkeit der Erfüllung, akute Gesundheitsgefährdung durch permanente Sonneneinstrahlung undundund.
Wo kommen wir denn dahin! Soll ER doch den schweren Stein auf diese Bergspitze hieven. Auf mich braucht er da nicht zu zählen. Und dann hätt ich die Perplexität des Herrn Zeus ausgenutzt, schnell auf dem Absatz kehrt gemacht und wäre erst von dannen und dann weiter in meinen Garten gestapft, in der Hoffnung, dass ich die mir selbst gestellte Aufgabe erledige.

Und siehe da, es hat doch noch hingehauen:






Am Ende des Tages hab ich mich dann endgültig bei einem unspektakulären, aber herrlich sommerlichen Dessert mit frischen, süßen Erdbeeren und vanilliger Bayerische Creme entspannt.

Dienstag, 26. März 2013

Frühlingsdilemma

Nein nein, nicht das Wetter. Das ist – ach, schweigen wir über was anderes… Nein ich meine dieses alljährliche Dilemma des politisch, ökologisch usw. korrekt regional und saisonal agierenden Hobbykochs im März.

Der Winter ist eigentlich vorbei, das Einmotten der dicken Kleidungsstücke steht kurz bevor, der Praktikant hat die Ski verräumt, Frühjahrsblüher spitzen bunt aus dem Boden, da möchte man doch auch kulinarisch seinen Frühlingsgefühlen freien Lauf lassen!

Deftige Braten und Saucen verschwinden vom Speiseplan, die Auslagen mit Wurzelgemüse und Krautköpfen beim Gemüsehändler werden ignoriert, jetzt heißt es in leichter Frühjahrsküche schwelgen. Und da fängt es dann an, das Dilemma. Vorsichtig umkreist man die ersten Erdbeeren und Spargel und wirft einen prüfenden Blick auf das Herkunftsland. Grmpfh! Die schmecken eh noch nicht, bestimmt nicht! Aber was kochen?
Gut wenn man noch auf im letzten Sommer angelegte Vorräte zurückgreifen kann, erste arglos sprießende Kräuter müssen dran glauben, alles wird jetzt einfach frühlingshaft verpackt. So wie das Dessert vom Wochenende, das eigentlich von eher winterlichen Zitrusaromen geprägt ist. Aber sagt selbst, allein die Farbe vom Sorbet schreit doch geradezu Frühling!

Mittwoch, 27. Februar 2013

Eismann


Man muss ja heutzutage nicht mal mehr aus dem Haus gehen um Tiefkühlprodukte in jeglichen Verarbeitungsstufen zu beziehen. Offenbar handelt es sich dabei um einen recht lukrativen Service, zumindest für die Franchisegeber.

Einer der ausliefernden Herren, offenbar vorrangig in Vorarlberg unterwegs, hat sogar eine gewisse Berühmtheit erlangt.

Und ich muss gestehen, dass auch ich einen Eismann habe. Den Lars, der nicht nur in seiner Brennerei über die optimale Zubereitung tüftelt, sondern sich seit einiger Zeit auch intensiv der Eiszubereitung widmet.

Und dieses Lebkuchen - Eisrezept ist nun von Ihm:

333g Sahne
333g Milch
333g Mischmasch (166g Zucker, 34g Dextrose, 133g Eigelb)
20g Lebkuchengewürz
2 Lebkuchen
1 Orange bio

  • Milch mit Lebkuchengewürz warm stellen
  • Orangenschale (nur Schale, große Stücke) dazu und ca. 30 Minuten warm stellen. 
  • Zucker, Dextrose und Eigelb schaumig schlagen 
  • Orangenschale entfernen und Milch aufkochen
  • kochend heiße Milch in das Eigelb einrühren 
  • kontrollieren ob 85°C erreicht werden. 
  • Abkühlen lassen auf 65°C und Sahne unterrühren. Masse abfrieren. 
  • Wenn Masse leicht fest wird, Lebkuchen von Zuckerguß und Oblaten befreien und in kleine Stückchen schneiden und der gefrierenden Masse zugeben.

Montag, 4. Februar 2013

Eierlikörtörtchen - Rezept -

anderer Serviervorschlag
6 Eier
100 g Zartbitterschokolade
200 g Mandeln
80 g Butter
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 TL Backpulver
2 EL Rum
2 EL Weinbrand
Eier trennen, Schokolade reiben, Mandeln mahlen.
Butter, Zucker, Vanillezucker, Backpulver, Rum, Weinbrand und Eigelb mit Schokolade und Mandeln schaumig rühren.
Eiweiß mit einer Prise Salz und zwei EL kaltem Wasser steif schlagen und unter die Teigmasse heben.
Teig in mehrere Servierringe geben und im vorgeheizten Backofen bei 175° ca. 30-35 min backen. Stäbchenprobe! Den Boden auskühlen lassen.


Belag:
400 g Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
1/2 TL Vanillezucker
200 ml Eierlikör
50 g Schokolade
Sahne etwas anschlagen, Sahnesteif und Vanillezucker dazugeben und Sahne fertig steif schlagen. Die  Böden mit 2/3 der Sahne überziehen. Restliche Sahne in einen Spritzbeutel geben und rundum einen Kranz spritzen. Eierlikör innerhalb des Kranzes gleichmäßig über die Sahne verteilen. Schokolade raspeln und den Tortenrand verzieren. Noch einmal für etwa zwei Stunden kühl stellen und fest werden lassen.

Dienstag, 15. Januar 2013

Das fängt Jahr gut an


Wow, das Jahr ist kaum ein paar Tage alt und schon zeigt es sich von seiner besten Seite. Man nehme mal allein das Wetter. Wochenlanger Schmuddelregen mit Temperaturen um die 10-8°C und Dauerdunkelheit, so dass man meinen möchte, die 180°-Niederlassung Nord sei unbemerkt in die Nähe des Polarkreises  gerückt, waren das, was das alte Jahr kurz vor Schluss zu bieten hatte.
Und dann kommt so mir nichts dir nichts ein Jüngling mit dem wohlklingenden Namen Zweitausendreizehn daher und vermag revolutionäres zu erwirken. Endlich rund um die Uhr wintergerechte Umgebungstemperaturen unter dem Nullpunkt und weißer Puderschnee, der die sich für das Frühjahr ankündigende Gartenarbeit charmant bedeckt und somit gleichzeitig den Dimmer für die Außenbeleuchtung in Richtung hell dreht.
Aber das ist natürlich nicht alles. So hat das neue Jahr der NL Nord ebenfalls einen schönen Abend mit netten Gästen beschert, die Herr Suse aufgrund eines jährlich wiederkehrenden Ereignisses in unsere vier Wände geladen hat und mir gleich eine gute Gelegenheit zum (Be-)Kochen boten.
Und noch etwas gab's vom neuen Jahr oben drauf, nämlich Zeit. Zeit zum Aussuchen von längst fälligen Ergänzungen für das Wohnzimmer. Was will ich mehr?
...

Mh, naja, wenn schon die Frage gestellt wird... also noch schöner wäre es, wenn nicht nur der nördlichsten Zipfel von Hundertachtziggrad vom Glück beschienen wäre, sondern wenn das Jahr  in der NL Süd, dem Weinkeller und in Praktikantenhausen, also bei Toni, susa und Gottfried ähnlich gut angefangen hätte.
Und was soll ich sagen...es hat!

Susa hat zwar noch immer nicht ihr neues Kochfeld in Betrieb nehmen können, zu dessen Anschaffung sie sich entscheiden musste, weil das Vorhandene vom unverschämten 2012 zerstört wurde. Wenigstens  ist das Austauschteil schon mal in der Weinkeller-NL eingetroffen und muss nur noch installiert werden. Und dann gab's für unsere Blogsommellière das erste 2013er Schnäppchen in Form eines hochwertigen, empfehlenswerten Kochbuches zu einem echten Freundschaftspreis. Letzterer verfehlte auch nicht seine Wirkung in Form eines Restpostenangebotes bei Lobenberg, wovon wir alle profitieren werden, wenn susa über die sich daraus ergebenden Empfehlungen aus dem 180°-Weinkeller berichet.Nee, wasn Glück!

In München konnte Toni den Jahresbeginn feiertagsbedingt gleich mit einem ausgedehnten Ausschlafen beginnen und die Vorfreude auf ein Skiwochenende in Kürze und eine Skiwoche Ende Februar mit besonders netten Freunden *grins*, machen die NL Süd immun gegen Missstimmungen jeglicher Art.

Naja, und in Praktikantenhausen kann es nicht besser laufen, wenn das neue Jahr sich bereit im Skiurlaub empfangen lässt, ein wahrer Gewinn! Außerdem gab es in 2013 noch keinen einzigen Anraunzer, keine Kritik seitens der 180°-Damenriege wobei das aber auch daran liegen könnte, dass Gottfried seit Jahresbeginn etwas untergetaucht ist. Aber was soll's, wir hatten ja auch Blogferien, und die seien ihm ebenso gegönnt (noch etwas, was der Gottfried mit Sicherheit als besonders positiv empfinden wird). Jetzt muss sich nur noch sein Wunsch nach dauerhaft guten Weinen in Glas oder Bauchnabel erfüllen und das Jahr ist glückshormontechnisch auch für ihn geritzt ;o)

Ach natürlich, dann gibts ja auch noch den Leo, unsren Bloglöven mit einer Schwäche für Rind und im Umgang mit der Rächtschraibunk. Leos Leidenschaften wurden im jungen, neuen 2013 schon mehrfach bedient, denn susa hat ihm Rind zubereitet und Bordeaux dazu eingeschenkt. Außerdem hat er eine neue  Kopfbedeckung geschenkt bekommen, welche -Leos Gesichtsausdruck nach zu urteilen- durch nichts anderes mehr in diesem Jahr zu toppen sein kann...außer vielleicht, die wahre Borussia holt die Meisterschale im Mai dieses Jahres nach Hause :o)


Und bei Euch? Ich gehe doch davon aus, dass auch unsere lieben Leser bereits zu Hauf vom Positivjahr 2013 verwöhnt wurden. Bestimmt!  Auch wenn vielleicht lediglich mit kleinen Dingen...
Da mir nicht bekannt ist , dass Christian Wulff, PeerSteinbrück oder Sylvie van der Vaart, für die es seit dem Jahreswechsel nicht sonderlich gut lief (Hintergründe per Klick auf den jeweiligen Namen),  zu unserem Leserkreis gehören, erwarte ich ein 100%-Quote.
Also los! Wie war es bislang bei Euch? Wir freuen uns über jedes Eurer positiven Ereignisse des Jahres 2013 vom freundlichen Menschen der Euch erst kürzlich die Tür offen gehalten hat,  über (neues) Beziehungsglück bis hin zur Lottmillion.

Gern tauschen wir das gemeinsam bei einem gemütlichen Kaffeekränzchen aus.

Ein weiterer positiver Umstand hat mir nämlich ermöglicht, das 2013er Anfangspost hier schreiben zu dürfen und da hab ich seit ewigen Zeiten mal wieder mein Hörncheneisen aktiviert und aus aktuellem Anlass wunderbar knusprige Neujährchen (oder auch Neujahrskuchen) gebacken. Die gerollten Waffeln werden traditionell in Ostfriesland zum Jahresanfang gebacken und mit verschiedenen Gewürzen aromatisiert. Meine Favoriten sind Anis und Zimt.

Sonntag, 23. Dezember 2012

180° Adventskalender 2012 - Türchen Nr. 23 - von Martin Schönleben

Der Leo hat es ja bereits in seiner letztjährigen Nikolausansprache erwähnt, es gibt viel zu wenig männliche Foodblogger, da haben wir halt den unvergleichlichen Robert, den Chef, den Wolfgang, den Jörg, seit neustem den gwex und dann ihn, den Martin Schönleben.

Martin berichtet aus seiner Bäckerei  (wann findet der Mann da noch die Zeit zu, wo er doch schon nachts um vier in der Backstube stehen muss) und anders als die meisten seiner Zunft teilt er seine Rezepte gerne mit und nimmt sie nicht als Familiengeheimnis mit ins Grab. Und das nicht nur auf seinem Blog, sondern auch in seiner Lokalzeitung.


Am besten hat mir ja gefallen, wie der Martin gegen die Fußball-EM angebacken hat und mit dem ultimativen Lockmittel der Fußball-WM auch Männer für die hohe Kunst des Plätzchenbackens zu begeistern wusste. Ja, Jungs, mit Martins Plätzchen könnt Ihr wirklich jederzeit Eindruck schinden, bei Frau, Freundin, Schwiegereltern, Chef und das nicht nur zur Weihnachtszeit.

Auch die harte Welt der Politik versucht der Martin bäckerisch zu versüßen, er nimmt am Plätzchenbackwettbewerb
(Presidential Bake Off) der amerikanischen Präsidentengattin gegen die Präsidentenherausforderergattin Anteil, bäckt die Cookies nach und fällt ein fachmännisches Urteil. Und auch die Bürgermeisterwahl seines Heimatortes begleitet er mit Gebäck und Humor. Und wie er in ein italienisches Plätzchenrezept die deutschen Farben einschmuggelt, einfach genial. Ist übrigens mein Lieblings-Martin-Rezept, sieht fast aus wie Macarons, ist aber für einen Grobmotoriker wie mich besser zu schaffen (obwohl meine leider nicht so schön rund wurden, obwohl ich die Masse noch sicherheitshalber in einen kleinen Dessertring gespritzt habe).

Jetzt muss ich aber aufhören, von Martins Köstlichkeiten, seinen wunderbaren Geschichten rund ums Backen und ums Leben zu erzählen, ihr kennt ja jetzt sein Blog, jetzt hat Martin in seinem Türchen das Wort und das mit einer der schönsten Weihnachtsgeschichten, die ich je gelesen habe:



Türchen Nr. 23 vom Adventskalender 180°
Eine Weihnachtsgeschichte

Mir wird hier die große Ehre zu Teil, für den Adventskalender von Hundertachtziggrad zu schreiben. Der wunderbare unvergleichliche Blog von Susa, Suse, Toni, Gottfried und Leo. Hier werden die großen Fragen der Menschheit behandelt also die drei großen Ws: Wein, Weib und Webblogging. Sollte es wirklich noch jemanden geben, der ihren Blog noch nicht kennt, für den folgt jetzt der Befehl:... und den und alles weitere lest Ihr dann *hier.
 



Montag, 17. Dezember 2012

180°-Adventskalender-Türchen #17 von Suse



Nachdem nunmehr zwei Drittel der Türchen geöffnet wurden, erlaube ich mir ein kleines Zwischenresümee zu ziehen. Matthias, der uns bereits zum zweiten Mal gezeigt hat, dass sich Menschen hervorragend in Schubladen einsortieren lassen, wird erfreut sein über die Kategorisierung meines Türchenzwischenrückblicks. 
Ich finde es immer äußerst spannend, zu sehen wie die Türchenpaten das Thema jeweils umsetzen und erkenne da durchaus verschieden Schubl... äh Gruppen. 
Da sind zum einen die Spaßvögel, die humorvoll über Weihnachtliches berichten und uns mit ihren Geschichten zum Lachen bringen, dann die "Neutralen", die Weihnachten in ihrer Geschichte nur wenig oder sogar gar nicht thematisieren und außerdem noch die Sentimentalen, die an Weihnachten besinnlich werden, manchmal mit einr Tendenz zum herrlich schönen Kitsch. 

Wer allerdings in diesem Jahr welche Rolle übernommen hat, darf  jeder für sich gern hier genauer ergründen, im nächsten Jahr ist sowieso wieder alles anders...außer vielleicht bei Matthias :o)

Mich selbst sortiere ich eindeutig in die Schulblade mit dem großen S für hoffnungslose Sentimentalisten.
Wenn der graue, trübe gedenkenschwere November dem Ende entgegen geht und die Tage schnurstracks auf den ersten Advent zusteuern, werde ich ordentlich hibbelig. 
Welche Plätzchen muss ich dieses Jahr unbedingt backen? Welche Farbe sollen die Kerzen auf dem Adventskranz haben (in der Regel läuft es sowieso auf das traditionelle dunkelrot heraus)?  Wann hol ich die Kartons voller Weihnachtsdekoration hervor? Was verschenke ich dieses Jahr zu Weihnachten? 

Das alles verursacht bei mir allerdings alles andere als zusätzliche Hektik, sondern lässt mich innerlich doch irgendwie ganz ruhig werden. Denn all diese Dinge gehören für mich seit ich denken kann zu der Advents- und Weihnachtszeitzeit dazu. In Wirklichkeit sind aber all diese Dinge nur Symbole, die die besinnlichen Gedanken und versöhnlichen Gefühle in dieser Zeit unterstreichen. Da wo andere über Weihnachtshektik oder gar Weihnachtsstress  stöhnen, genieße ich die bewussten Momente der Stille und Besinnlichkeit, wenn es im Haus nach frischem Tannengrün riecht, das Wohnzimmer von gemütlichem Kerzenlicht dezent erleuchtet wird und ich mir herrlich buttrige, mürbe, mit Zimt, Mandeln und Vanille aromatisierte Plätzchen auf der Zunge zergehen lasse.

In diesen Momenten ziehe ich mich in mich selbst zurück und erinnere mich an die Personen und Dinge, die mir das Leben geschenkt hat, die mich prägten und es immer noch tun und an die ich mit Liebe und Dankbarkeit zurückdenke.

Eine Person, an die ich in solchen Momenten immer wieder gern zurück denke, ist meine Oma. 
Obwohl meine Eltern sich bereits mit Anfang zwanzig für zwei Töchter entscheiden haben, und somit selbst nach damaligen Verhältnissen recht jung waren, konnte  ich nur eine meiner beiden Omas erleben. Die Mutter meines Vaters verstarb bereits als mein Vater noch ein Teenager war, so dass also die Mutter meiner Mutter meine Oma war. Aber nicht nur meine, denn meine Mutter wurde als 6. Kind einer vom Krieg geprägten Ehe geboren. Meine Oma war, als sie zum letzten Mal Mutter wurde, bereits über vierzig. Meine Mutter ist sozusagen das Produkt einer nach langer Kriegsgefangenschaft glücklichen und von großer Liebe geprägten Wiedersehensfreude.

Für mich war meine Oma Auguste immer eine alte Frau und das nicht, weil meine kindliche Wahrnehmung sie älter gemacht hat als sie war, sondern weil sie (im Vergleich zu den Großeltern vieler meiner Freunde) ein verhältnismäßig hohes Alter hatte.
Gezeichnet von einem Leben voller Schrecken und Leid, vor allem in der ersten Lebenshälfte, kannte ich sie als dankbare, liebevolle, bescheidene, harmoniebedürftige und nicht zuletzt großzügige Frau. Da wir viele Jahre gemeinsam mit meiner Oma in dem Haus wohnten, welches sie nach dem Krieg mit ihrem Mann, meinem Opa (den ich leider auch nie kennenlernen durfte), bauen ließ, waren wir unserer Oma sehr nah.

Oma lebte in ihrer eigenen Wohnung im Obergeschoss und in der Anfangszeit versorgte sie sich noch selbst und häufig auch meine Schwester und mich.
Wahrscheinlich empfindet das jedes Kind so, aber bei Oma duften wir einfach alles. Oma schlug und praktisch nie einen Wunsch ab und machte stets gute Miene zu unordentlichem Spiel, wenn sie das durch uns verursachte Chaos wieder beheben musste.
Ich liebte es, wenn Oma immer wieder dieselben Geschichten aus ihrem Leben erzählte, wie sie -1902 in Ostpreußen geboren- zwei schreckliche Weltkriege durchleidete, flüchten musste und zweimal im Leben vieles verlor. Im zweiten Weltkrieg bangte sie ihren Ehemann und zwei ihrer, als diese erst  an unerbittlichen Fronten kämpfen und später in Gefangenschaft an unterscheidlichen Orten auf ihre Befreiung warten mussten.

Weihnachtsessen mit Oma
Natürlich waren Omas Geschichten für uns Enkelkinder gefiltert, damit wir und ganz sicher auch sie die vergangenen Schrecken überhaupt ertragen konnten. 
Gleichwenn mich ihr Schicksal damals schon berührte, so wurden mir die Ausmaße und das erfahrenene Leid erst viele Jahre nach ihrem Tod bewusst. Wenn ich heute darüber nachdenke...unvorstellbar.

Oma Auguste und ich hatten eine Sache gemein, denn wir beide waren keine Fans von Krimiserien, wie Derrick oder Der Alte oder gar von angsteinflößenden Spielfilmen über Gefahr und Tod. Wenn also der andere Teil meiner Familie im Erdgeschoss verfolgte, wie Heinz Rühmann den Gerd Fröbe in Es geschah am hellichten Tag dingfest machte, lag ich auf dem Sofa im Wohnzimmer meiner Oma, kuschelte mich in ihre braune Decke (welche ich als Erinnerungsstück von ihr noch immer besitze), durfte eine Tüte Erdnussflips ganz für mich allein haben und riet bei Wim Thoelkes Der große Preis mit oder freute mich mit ihr gemeinsam, wenn bei Dalli Dalli die Rundumleuchte anging und Hans Rosenthal bei "Spitze" in der Luft stehen blieb. An letzteres erinnere ich mich besonders gut und gern, denn Oma fragte sich und mich jedes Mal, wie unglaublich das sei, dass der Herr Rosenthal das so könne...
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