Dienstag, 18. Juni 2013

So wie Sissidingens...


...nein, nicht Sissi und der Wilde Kaiser, das Thema hatten wir ja bereits vor sechs Monaten, sondern wie der mit dem Stein und dem Berg...na, wie hieß der doch gleich... der olle... Sisyphus, ja genau der wars (die richtige Schreibweise musste ich erst mal nachschlagen).
Also so wie der sich gefühlt haben muss, nämlich ziemlich verar... ähem veräppelt, so ähnlich ging es mir, als ich erst kürzlich versucht habe, die aufblühende Pracht meiner Schwertlilien im malerischen und  -wie ich finde- äußerst fototauglichen Halbschatten über den Sensor meiner Kamera auf die Speicherkarte zu bekommen.
So ein laues Lüftchen bei spätfrühlingshaften bzw. frühsommerlichen 25°C hat schon was, sicher, aber doch bitte nicht, wenn ich langstielige Naturschönheiten FOTOGRAFIEREN MÖCHTE!!!

Damit Ihr versteht was ich meine, hier mal 46 Sekunden zum Ungeduldigwerden ;o)



Zum Glück besitze ich eine bisweilen stoische Ruhe und Ausgeglichenheit und lass mich nicht so schnell abwatschen wie der olle Sisyphus, selbst wenn mir jemand mit so einem sinnlosen Quatsch wie dem Berg und dem Stein käme.
Schließlich gibt es ein paar gravierende Rahmenbedingungen, welche mir gegenüber dem armen, unwissenden Helden der griechischen Mythologie deutliche Vorteile verschaffen.

Da wäre als erstes mal der Umstand der Vielgötterei, welche schon seit geraumer Zeit zugunsten eines einzig Herrschenden (zumindest je Weltreligion) abgeschafft wurde. Keine komplizierten Strukturen mehr, bei denen die Ressorts so kleinklein aufgeteilt sind, dass man droht, den Überblick zu verlieren, wenn man wegen eines Anliegens jemanden um etwas bitten muss. Nein, dafür haben wir heute ja die Polititk.
Heutzutage muss man sich -wenn überhaupt- nur mit einem einzelnen "gut stellen", der auch noch erklärter Menschenfreund ist, was die Sache ungemein erleichtert.

Ebenfalls nicht von der Hand zu weisen sind da als nächstes die technischen Mittel, die uns im Jetzt beschert sind.
Mal angenommen, ich sollte wider Erwarten so in Ungnade fallen, dass mir die Stein-Berg-Aufgabe aufgebrummt würde, was würde ich wohl tun? Genau! Ich zückte mein Smartphone, googelte nach dem nächstgelegenen Baumaschinenverleih und ließe mir mit dem Tieflader einen Stemmbagger und einen Radlader direkt zum Fuße des Berges liefern. Mit dem Stemmbagger wäre die Bergspitze in Nullkommanichts aufgebrochen und begradigt, ja sogar eine kleine Mulde wäre eingearbeitet und mit dem Radlader wäre der Rest mit dem Stein dann auch fix erledigt.

Drittens sei noch der bedeutendste Unterschied beschrieben, nämlich der, dass Sisyphus ganz im Gegensatz zu mir ein männliches Wesen war. Glaubt etwa jemand im Ernst, ICH (oder auch jede andere selbstbewusste Frau!) hätte mir so eine bekloppte Strafe aufbrummen lassen? Wer glaubt er denn, wer er ist, der Herr Zeus, dass er mir, bloß weil er sich auf den Schlips getreten gefühlt hat, eine völlig sinnfreie und körperlich unerhört anstrengende Tätigkeit hätte aufbrummen können? Nix da! Den hätt' ich schön in Grund und Boden diskutiert! Von wegen Zumutbarkeit, einseitiger, völlig ungesunder Belastung der Wirbelsäule,  Absurdität der gestellten Aufgabe wegen Aussichtslosigkeit der Erfüllung, akute Gesundheitsgefährdung durch permanente Sonneneinstrahlung undundund.
Wo kommen wir denn dahin! Soll ER doch den schweren Stein auf diese Bergspitze hieven. Auf mich braucht er da nicht zu zählen. Und dann hätt ich die Perplexität des Herrn Zeus ausgenutzt, schnell auf dem Absatz kehrt gemacht und wäre erst von dannen und dann weiter in meinen Garten gestapft, in der Hoffnung, dass ich die mir selbst gestellte Aufgabe erledige.

Und siehe da, es hat doch noch hingehauen:






Am Ende des Tages hab ich mich dann endgültig bei einem unspektakulären, aber herrlich sommerlichen Dessert mit frischen, süßen Erdbeeren und vanilliger Bayerische Creme entspannt.

Freitag, 14. Juni 2013

Handtascheninhalte

„Wieso hast Du Deine Handtasche nicht dabei?!“  Herr Toni empört sich „da hab ich vorher meine Taschentücher rein!“ Damit konnte er wirklich nicht rechnen, dass frau für den Gang zur Kneipe ums Eck die wichtigsten Dinge einfach in die Jackentasche steckt. Sonst hab ich sie tatsächlich immer dabei. Allerdings ist meistens nicht das drin, was ich gerade brauche und so den gängigen Frauenhandtaschenklischees entspricht. Das ist grund-sätz-lich in einer anderen Handtasche daheim:

- Lippenpflegestift
- Notfall-OB
- Kamm
- Taschentücher (außer o.g. Fall tritt ein)
- Sonnenbrille

Dafür finden sich neben der Standardausstattung Schlüsselgeldtelefon von mir und falls zu zweit unterwegs Herrn Toni folgende Dinge (Stichprobe aktuelle Haupthandtasche gestern Abend, 19:38):

- zwei Bierdeckel vom CL Finale
- Schuhladenprobiersöckchen – ich finde grundsätzlich den Entsorgungseimer im Geschäft dafür nicht
- Diverse historische Einkaufszettel (total spannend, was ich mal so alles eingekauft habe), von denen kann ich mich nur schwer trennen…
- Eine Karte von Südtirol mit einer Übersicht eigenständiger Winzer
- Ein Stift! Ha! Da soll mir mal jemand mangelnde Praxisorientierung unterstellen
- Eine zerknitterte Gratismitnehmpostkarte mit der Aufschrift „Dramaqueen“
- Und der Lippenstift, den ich schon ne Zeit vermisse. Yeah!

Und wie es der Zufall so will, findet sich doch tatsächlich auch der Einkaufszettel für das heutige Rezept…


Filotartelettes mit grünem Spargel, Frühlingszwiebel-Speck, Cocktailtomate-Feta-Basilikum

Für ca. 30 Stück (10 von jeder Sorte)

1 Packung Filo- oder Yufkateig
Geschmolzene Butter

Teig in 7x7cm Quadrate schneiden, mit flüssiger Butter bepinseln und jeweils 3 Scheiben etwas versetzt aufeinander schichten. In Muffinformen setzen und füllen:

Tartelettes mit grünem Spargel

5 Stangen grüner Spargel
100ml Sahne
1 Ei
30g geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer, Muskat

Den Spargel schälen, in Scheiben schneiden und 2 min. blanchieren. Sahne, Ei und Parmesan mischen mit Salz, Pfeffer, Muskat abschmecken. Den Spargel in die Filoteigkörbchen geben und mit etwas Sahne-Ei-Mischung auffüllen. Bei 200° 15-20 min. backen.


Tartelettes mit Speck und Frühlingszwiebel

3 Frühlingszwiebeln
100g Speck
100ml Sahne
1 Ei
30g geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer

Frühlingszwiebel und Speck fein würfeln und glasig anschwitzen. Sahne, Ei und Parmesan mischen mit Salz und Pfeffer abschmecken. Speck und Zwiebel in die Filoteigkörbchen geben und mit etwas Sahne-Ei-Mischung auffüllen. Bei 200° 15-20 min. backen.


Tartelettes mit Feta und Tomate

10 Cocktailtomaten
250g Feta
Selbstgemachtes Basilikumpesto

In jedes Filokörbchen einen EL Pesto, dann eine halbierte Cocktailtomate geben und mit zerkrümeltem Feta bestreuen. Bei 200° 15-20 min. backen.





Mittwoch, 12. Juni 2013

Wer mit wem?


Das ist ja schon früh losgegangen.

Also wenn zum Beispiel die Kindertante Erzieherin einen Marschbefehl zum örtlichen Vogelwart ausgab, hatte man sich in Zweierreihen aufzustellen. Schon recht, aber mit wem tut man sich da am besten zusammen?

Händchenhalten mit Buben ist total uncool und mit Mädchen wird man ja rot.

Noch schwieriger gestaltete sich natürlich die Sitzordnung in der Schule; bei den Unterhaltsamen ist schlecht abzuschreiben und die Streber sind langweilig. Klar, bei Schulausflügen und im Schullandheim finden sich die üblichen Verdächtigen natürlich schnell zusammen.

Wenn dann allerdings die ersten Partys losgegangen sind, hat sich die Situation gravierend verändert. Weil der coole Kumpel, dessen Begleitung eigentlich immer eine Spaßgarantier war, plötzlich gar nicht mehr so interessant war.

Und zufällig fällt einem bei dieser Gelegenheit auf, dass die mit dem Pferdeschwanz ja gar nicht soooo doof ist, wie man immer angenommen hat…

Freitag, 7. Juni 2013

No, Sir! ... oder Terrine improvisée


Woran erkennt man einen Blogger im Urlaub?
 
Inzwischen sind wir wieder zu Hause, die Waschmaschine musste ein paar Sonderschichten einlegen, der Garten hat sich dank zuverlässiger Wasserzufuhr in eine kleine grüne Hölle verwandelt, im Flur ist eine Fliegenarmada verendet.

Außerdem sind 784 Mails aufgelaufen, obwohl ich zwischendurch immer mal wieder gecheckt hab. Eine war von No.  No ist ein reizender Kumpel aus der langjährigen VHS-Französischgruppe und damit wir das auch alle ernst nehmen, kommuniziert er grundsätzlich auch privat mit uns auf Französisch (in Wort und Schrift). Eigentlich ist No HollNiederländer. Er schrieb "…Sachez qu'on va grignoter Mercredi prochain. J'ai promis d'apporter des petits pains beurrés (+ fromage hollandais.)
Pour le reste vous êtes libres dans votre choix de ce que vous voulez apporter….".

 Zu deutsch, wir machen einen kleinen Lunch und jeder bringt was mit.


"Back doch schnell ein Brot" meint Herr susa. Brot und schnell, als ob das zusammenginge und außerdem backe ich für unsere legendären Frühstücke immer das Brot, das ist sozusagen Grundvoraussetzung und gilt nicht mehr als "was mitgebracht". Und es ist Montagabend und Mittwochmorgen ist das Treffen und ich muss noch jede Menge andere Dinge erledigen.

Zunächst beschließe ich einen Kuchen zu backen, der in der letzten "Cuisine et Vins de France", die ich natürlich gleich wieder mitgebracht habe, als facile bezeichnet wird und der sehr französisch aussieht. Allerdings besteht der Boden aus dem bekannten "Backen im Kühlschrank"-Kekskrümel-Butter-Papps, der dann mit einer Quark (bzw. petit suisses-)Creme noch in den Backofen gegeben wird. Ich kann nicht glauben, dass das funktioniert und besinne mich auf meine Kernkompetenzen, die eindeutig nicht in der Patisserie oder Konditorei liegen. Und viel Zeit hab ich ja auch nicht.

Eine Terrine wäre doch nett, eine Farce mit was Nettem drin und Speckmantel. Unser Dorfmetzger – da muss ich sowieso hin - führt nur Geflügel, Rind- und Schweinefleisch, die Schweine immerhin noch selber geschlachtet aus der nächsten Umgebung, also lass ich mir ein knappes Kilo Rinder- und Schweinehackfleisch gemischt fertig machen und dann wären Hühnerlebern darin ja eine feine Idee. Haben sie leider keine, Leber ist überhaupt aus. Lebern sind dienstags meistens aus, weil wir auf dem Land leben, da wird donnerstags Leber gegessen und montags macht Meister R. frische Leberwurst. Gut, dann nehme ich ein kleines Schweinefilet, das kommt sicher den kalorienbewussten Mädels aus der Gruppe auch sehr entgegen. Und dann schneidet Frau Metzgerin mir noch 15 Scheiben durchwachsenen Speck sehr fein auf der Aufschnittmaschine, nicht ohne Hinweis auf meine wunderbar gebräunte Haut.

Zu Hause seh ich dann mal weiter, was so noch da ist, Hasel-, Walnüsse oder Pistazien vielleicht, Kräuter sind genug im Garten, die sind in meiner Abwesenheit alle geschossen bis zum Gehtnichtmehr, mit Ausnahme der Petersilie, die ist ertrunken.

Nüsse sind Fehlanzeige, es sind nur noch ein paar Pinienkerne da, das sagt mir nicht zu, stattdessen aber noch trockene Austernpilze und Berberitzen.

Also wird eine Farce gemacht aus dem Hackfleisch, von der Bratwurst fürs Abendessen nehm ich auch noch ein bisschen weg (dafür gibt es ja die Randabschnitte vom Filet), einem Ei, einem Eigelb, Senf, im Mörser werden Melange noir, Muskatblüte, Piment und Wacholder fein zermahlen und zusammen mit den Berberitzen (so eine gute Handvoll) dazugegeben, so'n bisschen Zitronenschalenbrieb macht sich bestimmt auch fein. Ooooch, da könnte ich ja eigentlich auch noch ein wenig Harissa dazugeben. Zwiebel nicht vergessen, eine fein gehackte Zwiebel, und lieber kein Knoblauch, die Mädels sind da manchmal kritisch. Natürlich braucht es noch eine lebrige Komponente, da hab ich doch letztens so ein "Feinschmeckerkörbchen" geschenkt bekommen, da war doch ein Döschen Entlebermousse drin, gut, das wird jetzt den Leberpart in der Terrine übernehmen, hinein damit.


alle Arbeitsschritte in Bildern
Statt Brotbröseln werden die klein gehackten Trockenpilze eingearbeitet werden. Außerdem noch Sahne und … Cognac oder Gin wäre jetzt gut … ist nicht da, wir hätten eine kleine Auswahl von Lars (ZenZero, Vogelbeer- und Mirabellengeist, Absinth – nur der schwäbische Gin ist schon wieder ausgetrunken),  zudem Port, Pastis oder Noilly Prat. Gut, dann soll's halt Port sein, passt sicher gut zu den säuerlich-süßen Berberitzen, zwei Schnapspinnchen voll sind gerade genug.

Aus dem Garten hab ich Thymian und Rosmarin geholt und ein paar Lorbeerblätter abgepflückt. Die Kräuter werden fein gewogen zur Farce gegeben und nun suche ich eine Kastenform. Ich war mir sicher, ich hatte noch eine "normale", aber es ist wie verhext, ich finde zwei kleine für Minikuchen und eine riesige für 3.5 kg Brot, und diese doofe Silikonform. Aber die hat die richtige Größe, also was soll's, ich hab ja nicht ewig Zeit, verschollene Kuchenformen zu suchen, also soll sie es sein.

Auf den Boden der Form lege ich ein paar Zitronenrädchen, Lorbeerblätter und Thymianzweige und dann wird das Ganze mit den Speckstreifen ausgekleidet, so dass sie die Farce noch zudecken können. Die hätten auch prima gereicht, wenn ich mir nicht zu Mittag fix ein Spiegelei mit Speck gegönnt hätte, weil der Speck gar so verführerisch aussah, also – Mut zur Lücke!

Das Schweinefilet wird von Silberhaut befreit und in die entsprechende Größe gebracht, mit Senf eingerieben, dann wird etwa ein Fingerbreit Farce in die Form gefüllt, das Schweinefilet aufgelegt und die restliche Farce darüber gegeben und immer fest andrücken. Und dann die überlappenden Speckstreifen darüber legen. Und dann feststellen, dass der Teller mit den trockenen Austernpilzen noch an seinem Platz steht (so viel zum Thema "mise en place").

Auf Einzelschicksale kann ich jetzt keine Rücksicht nehmen, die Pilze wandern zurück ins Glas. Die Terrine wandert in den Ofen, eine gute Stunde bei 180°. Danach ist jede Menge Bratensaft und Fett ausgetreten. Das wird aufgefangen. Die Terrine wird mit Alufolie abgedeckt und mit einer Konservendose beschwert in den Kühlschrank gegeben, wo sie ihre erste Nacht verbringt.

Jetzt noch schnell einen Vorteig fürs Brot ansetzen, der ebenfalls die Nacht im Kühlschrank verbringt und ich bin für heute mit der Sache fertig und kann mich wieder um die Urlaubsnachbereitung kümmern. Außerdem ist meine Kamera kaputt gegangen, da hab ich noch ein bisschen Ärger (und deswegen sind meine Fotos derzeit alle mit dem Handy geschossen, als ob die nicht schon so schlimm genug wären *seufz).

Mittwochmorgen viertel nach sechs wird der Vorteig aus dem Kühlschrank genommen, damit er sich an die Umgebungstemperatur gewöhnen kann. In der Zeit kann ich ja duschen und Kaffee trinken und Zeitung lesen. Um sieben wird der Brotteig geknetet, einfaches Hefeweißbrot im Prinzip nach Bertinet (halt nur mit Vorteig) und darf gehen.

Die Terrine wird aus dem Kühlschrank genommen und gestürzt. Nun ja, es ist ziemlich viel Eiweiß ausgetreten und pappt an den Seiten, also optisch ist sie eher suboptimal, ich kratze es so gut wie möglich ab und hoffe auf Gnade der Grignotanten. Auf dem aufgefangenen Bratensatz hat sich eine Fettschicht abgesetzt, die im Kühlschrank fest geworden ist. Das ist gut, dann muss man nur ein Loch hinein machen und kann etwas von der darunter befindlichen Flüssigkeit abschütten. Die wird mit etwas Port erhitzt und zwei Blatt eingeweichte Gelatine werden darin aufgelöst. Damit wird die Terrine eingestrichen, jetzt glänzt sie wenigstens, das ist doch schon mal was.

Kurz nach acht wird der Teig noch mal geknetet und zu drei Baguettes geformt. Die dürfen in der Form noch ein bisschen gehen und werden dann gebacken. Inzwischen ist es halb neun (und halb zehn muss ich spätestens aus dem Haus), aber die brauchen ja nur so 25 Minuten – alles easy.

Ooooch, eigentlich bräuchte es ja zu der Terrine irgendein Sößchen oder ein Chutney oder so was. Bushi hat so was natürlich immer im Vorrat, die geht dann nur in ihren Vorratskeller und überlegt sich, welches sie nimmt: Apfel-Rosmarin, Rhabarber (der ist vielleicht geschossen), Quitten-Chili, Pfirsich-Pfeffer …. Aber ich? Ich habe ein paar Aprikosen da liegen, aber dazu fällt mir jetzt auf die Schnelle nichts ein, außerdem ist es jetzt bald neun. Cumberland Sauce wäre auch schön, wenn man denn Orangen hätte. Aber wer hat schon mitten im Hochsommer (*hust) Orangen im Haus? Dafür ist das Brot jetzt fertig und kann aus dem Ofen und hat sogar noch ein bisschen Zeit zum Auskühlen.

Gut also erfinde ich mal schnell eine Preiselbeer-Senf-Sauce (ich bin sicher, so was haben schon Trillionen anderer Blitzköche vor mir auch erfunden, ich erhebe da keinen Originalitätsanspruch drauf, außerdem ist es jetzt zehn nach neun). Sahne geschlagen, Pfeffer, Salz, geriebene Muskatblüte rein, etwas Zitronenschalenabrieb, ein halbes Glas Preiselbeerkompott (mehr war nicht mehr da) und zwei EL Dijonsenf gut miteinander verrühren. Und im Johannisbeergeleepott ist auch nur noch so ein bisschen drin, also das geht da auch rein, dann kann das Glas gleich gespült werden. Und, so'n Schlückchen Port ist eigentlich auch nicht falsch. Alles verrühren, fertig, neun Uhr fünfzehn. Jetzt nur noch in ein sauberes (ein sauberes, also die Gläser, die im Keller auf die neue Jahrgangsmarmelade warten, besser spült man die vor Benutzung – Mist, jetzt ist ein riesen Klacks Spüli reingeraten, also heißes Wasser zum ausspülen – autsch fast Hand verbrannt – jetzt wieder kaltes Wasser, weil die Sauce kann man nicht in ein warmes Glas füllen ….) also jetzt nur noch in ein sauberes Glas füllen, alles in den Korb und schon kann's losgehen, es ist drei Minuten nach halb, also das schaff ich doch mit links ….

Unterwegs sind zwei Baustellen, eine mit ziemlich langwieriger Umleitung …. also da kann ich nun wirklich nichts für, vor meinem Urlaub waren die noch nicht, und ohne Brot können die anderen sowieso nicht anfangen ….


Es sind dann genau noch zwei Anstandsstückchen übrig geblieben. Bei diesen Gelegenheiten wird sowieso immer viel zu viel gemacht, da muss jeder immer wieder was mit nach Hause nehmen. Und so hatten wir zum Abendessen auch noch was davon und dazu gab es

2009 Esprit de Pavie 
Bordeaux AOC

der ist sowas wie der Drittwein von Château Pavie allerdings kein St. Emilion, einfach ein AOC Bordeaux, aber immerhin ist Gerard Perse sich nicht zu schade dafür, mit seinem Namen für die Qualität zu bürgen. Es ist kurz gesagt Basiswein, kein dichter, extraktreicher, komplexer, eleganter sondern ein klarer, aromatischer, eher ein wenig fruchtbetonter Wein, mit durchaus straffem Tanningerüst. In der Nase etwas florale Noten, Johannisbeere, am Gaumen dicht, Aromen von Bitterschokolade und Pfeffer, guter Abgang. Mit der Terrine eine wunderbare Kombination.

Und für alle, die die Zutaten in geordneter und ausdruckbarer Form haben wollen, bitteschön, da wären
 

Dienstag, 4. Juni 2013

Schlechtwetterbeschäftigung

Also hier ist ALLES erledigt! Fondvorräte aufgefüllt, Brot gebacken, Marmelade gekocht, Urlaubsbericht geschrieben, neues Sofa gekauft, mit Herrn Toni die Sitzordnung vereinbart und sogar auf ein neues Kissenkonzept geeinigt. Weinkeller aufgefüllt und sortiert, ungelesenen Bücherstapel abgebaut und Triple gewonnen. Zum Abschluss hab ich jetzt noch ein urlaubsinspiriertes Menü gekocht und mit sich spontan zur Verfügung stellenden Nachbarn genossen. Blogbeitrag über das Menü mit Südtiroler Aromen und Weinen ist hiermit auch fertig. DAS SCHÖNE WETTER KANN JETZT KOMMEN!! SO-FORT!!!

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