Dienstag, 22. Mai 2012

Dahoam is dahoam...


...da beißt die Maus keinen Faden ab. Auch wenn manchmal nicht das passiert, was man soooo gern hätte.
Und überhaupt, eigentlich sagten die Zeichen doch was ganz anderes voraus.

Da war zum einen das Kaiserwetter, welches an DEM Fußballereignistag über alle Backen strahlte und sowohl den vielen treuen Fans als auch den unzähligen Gaststättenbetreibern das unglaubliche Glück bescherte, im Freien das Spektakel auf Flachfernsehern in Full-HD-Qualität verfolgen zu können.Nicht auszudenken, was gewesen wäre, hätte es junge Hunde geregnet.

Ebenso deutete doch die rot/weiß Färbung der nahezu gesamten sich aus dem Häuschen befindenden Stadt mit dem Sitz der 180°-NL-Süd darauf hin, dass es am Ende nur EIN akzeptables, EIN logisches Ergebnis geben kann.


Und wenn dann zu guter Letzt noch Niederlassungsleiter aus dem Norden eigens für solch ein Ereignis von historischer Bedeutung zu Niederlassungsleitern nach München fahren, um das unausweichliche, nämlich den bevorstehenden Sieg, das fünfte Nach-Hause-Holen des Championsleague-Cups gemeinsam zu zelebrieren, dann kann doch eigentlich gar nichts mehr schief gehen.

 Jawohl! Auch ich zog alle Register und voll mit, indem
ich in die an diesem Abend einzigen richtigen Farben schlüpfte...
wenn auch nur geliehen :o)


Kann! Sollte! Darf nicht!

Aber wie wir nicht erst seit heute, sondern bereits seit Samstag Abend irgendwann zwischen 23:30 Uhr und 24:00 Uhr bitterlich gewahr wurden, kam es doch ganz anders und die Wünsche und Hoffnungen so vieler wurden nicht erfüllt, sondern platzten wie eine riesengroße Seifenblase, die man zu fest mit dem Finger anstupst. Stille, Entsetzen, Traurigkeit!

Und da sei natürlich die Frage gestattet, ob man es nicht doch an den vorangegangenen Zeichen hätte deuten können. Denn wenn ich es mir so recht überlege, so verschwand die helle, warme Frühlingssonne ab ca. 18:23 Uhr doch zusehends hinter aufziehenden Wolken.
Und bei genauerem Hinsehen befanden sich irgendwie schon den ganzen Tag zwischen dem Meer von rot-weiß gefärbten Shirts und Schals unzählige blaue Farbtupfer, die stellenweise zu einer nicht unbedeutenden Masse heran wuchsen.


Und überhaupt, wer sagt denn, dass so ein weit gereister Besuch Glück bringen muss?

Aus Rücksicht auf meine Lieblings-Bayern-München-Fans vermeide ich eine Wiederholung bzw. Ergänzung der in allen Radio- und Fernsehsendern getätigten klugen und weniger klugen Ausführungen zu diesem Ereignis und dessen Ausgang. Mal abgesehen davon verfüge ich ohnehin nur über ein mäßiges Halbwissen in Sachen Fußball, welches  unweigerlich von den mitlesenden Kennern nach wenigen Worten gnadenlos enttarnt würde.

Vielmehr aber ist nach den wenigen Tagen, die seit dem Debakel vergingen, schon eine dünne, zarte Schorfschicht über der Wunde entstanden, die, je öfter man sie rabiat abkratzt, ganz furchtbare Narben hinterlassen kann. Mittlerweile hat man sich trotz des unfassbaren Erlebten gefangen, es als gegeben hingenommen und vielleicht auch durch Verdrängungstaktik versucht zu verarbeiten.

Und am Ende war es vielleicht sogar irgendwie auch OK, dass man zu Hause eine der scheinbar größten nicht nur seelischen Niederlagen hatte einstecken müssen, denn wo findet man wohl mehr Trost als im Kreise der Lieben, der Freunde, der Gleichgesinnten zu Hause .
Also doch? Dahoam is dahoam.

Und so darf sich das heutige Gericht natürlich in keinen anderen Farben als in rot und weiß präsentieren, und zwar als

Freitag, 18. Mai 2012

Und die Goldene Palme geht an ...


Cannes ist derzeit ja der Nabel der cineastischen Welt. Vor allem "tout Hollywood" (sprich gut französisch: Tuu'olliwuhde) gibt sich an der Croisette die Klinke in die Hand. In Cannes wollen sie zeigen, dass die große Filmmaschine nicht nur Kommerzkino kann. Cannes, ebenso wie Berlin, ist ihr kleines kulturelles Feigenblatt, und Cannes hat vor Berlin den entscheidenden Vorteil, dass das Wetter, das Essen und die Aussicht besser sind.

Touristen sei geraten, drei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Festival die Stadt großräumig zu meiden. Vor und nach dem Festival ist tout Cannes eine Baustelle. Jedes Jahr fällt den Stadtverantwortlichen auf den letzten Drücker ein, dass man am Hafen beispielsweise noch schnell ein paar Bürgersteige reparieren oder Pflanzarrangements anbringen könne, wenn man sowieso schon die halbe Stadt umkrempeln muss.

Die Cannois nehmen es mit der Mittelmeeranrainern eigenen Gelassenheit. Und das Hotel- und Gaststättengewerbe freut sich auf die ersten fetten Umsätze der noch jungen Saison.

Die 180°-Palme geht natürlich an Toni, unsere unangefochtene Menükönigin. Wenn wir alle paar Tage mal in die Statistiken schauen, wegen der Zugriffe und Links und noch solcher Sachen, die einen ja eigentlich gar nicht interessieren und darüber hinaus ja auch vollkommen unwichtig sind, sind die Suchanfragen nach Menüs stark vertreten. Unsere Weihnachtsmenüs sind sogar im tiefsten Sommer gefragt, hier ist übrigens Tonis Rote Bete Terrine der absolute Spitzenreiter. Und ich bin sicher, Tonis Menü für Eline wird auch so ein Dauerbrenner, ein echter Toni halt, kann mit ein paar Tricks auf jede Jahreszeit und jede Gelegenheit abgewandelt werden.

Ein besonderer Quell der Heiterkeit ist auch immer die Auflistung der Suchbegriffe. Nein, nach was Leute alles suchen. "schlechtes Bild einer Blockflöte" wurde bei uns letztens gesucht, und führte nach zwei Klicks zu einem Praktikantenpost, heute war es schlicht "Regen" (???)  . Wenn ich allein die Suchbegriffe zum Themenkreis "Tomatenhaus" alle zusammenzähle und weiter annähme, dass diese in konkrete Bauvorhaben münden, dann wäre unsere Republik bald flächendeckend mit Tomatenhäusern bebaut. Irgendjemand scheint sich auch in meinen weiland Beitrag zum englischen Hosenbandorden verguckt zu haben, monatelang wurde regelmäßig nach "Honni soit" gesucht und mir kam dann immer der letzte Staatsratsvorsitzende in den Sinn. Auch unsere "Oberschiene" erfreut sich in der Suche konstanter Beliebtheit.

Zurück zum Menü. Die Eline ist ja sicher mehr fürs Reelle und statt güldener Palmenskulpturen, die Oma vwG bestimmt auch als "noch so'n Stehrümchen" (mit Betonung auf Steh) bezeichnet hätte, zieht sie lieber ein paar feine Weine zum Essen vor.

So sei's denn, das Menü macht ja mit einem ordentlichen Glas Wein dazu erst richtig Spaß. Also hab ich den Praktikanten in den Keller geschickt und hier ist das Ergebnis seiner Lerneinheit:


Mittwoch, 16. Mai 2012

"Für Eline"

Na!? Habt ihr auch erst „Für Elise“ gelesen? Und seid innerlich zusammengezuckt? Beim Gedanken an den Handyklingelton des Lieblingskollegen (der, der immer zum Bleistift sagt), an die eigenen mehr oder minder erfolgreichen Klavierstunden oder das Nachbarskind, das die Eltern für ein verkanntes Genie halten und das Euch regelmäßig den letzten Nerv raubt mit den Anfangsklängen des von hoffnungsvollen Klaviereleven vermutlich am häufigsten gespielten Stückes.
Von mir übrigens auch und ein wenig über die Elise hinaus hab ich’s in meiner Klavierkarriere dann auch noch geschafft. Ich finde im übrigen ein sehr schönes und zu unrecht (wenn auch häufig verständlich) bei vielen in Ungnade gefallenes Klavierstück.

Wer die glückliche Widmungsempfängerin war, darüber gibt es unterschiedliche Theorien. Und ob sie überhaupt Elise hieß. Meine heißt ganz eindeutig nicht Elise, sondern Eline. Sie würde meine Menüs vermissen, hat sie hier in den Kommentaren geschrieben. Na wenn das mal kein Ansporn ist! Und endlich hab ich auch die Zeit dazu, zumindest für ein kleines.

Also Eline, für Dich!

Basilikum-Mousse, Gurken-Radieserl-Relish, Avocado-Krabben-Canoli 

Kalbstafelspitz, knusprige Kartoffelwürfel, grüne Bohnen, confierte Cocktailtomaten, Schnittlauchschaum 
 (die Bohnen sollten eigentlich grüner Spargel sein, die erhältliche Qualität war allerdings lausig)

Rhabarberstrudel, Limettenmousse, Erdbeersorbet, Erdbeer-Holunderblüten-Schaum

Die Rezepte hinterleg ich in den nächsten Tagen.

Ach ja, und dann wollte die Eline noch nen Blick in meine Küche. Aber das muss noch warten, bis die mal picobello aufgeräumt ist.

Samstag, 12. Mai 2012

Auf dem Schlauch…


Montag: 
Das Wochenende war wieder mal zu kurz und Skifahren war ich auch nicht. Eher uninteressiert mal einen Blick in den Dienstplan werfen. "Huch", "Schluck" welcher Idiot hat mich denn schon wieder am Freitag auf den Dienstplan gesetzt?

Da mein Gehirn Montagmorgens allenfalls mechanisch funktioniert, dauert es einige Zeit, bis mir einfällt, dass ich der Idiot ja selber bin. Es gilt; und der schreibt eben auch die Pläne. Und wer die Pläne schreibt, kann es ja bekanntlich niemand recht machen. Noch nicht mal sich selber.

Egal; mir fällt ja immer was ein; sollte kein Problem sein. Außerdem habe ich Abends einen Termin bei meinem Doktor. Nicht weil ich krank bin, sondern weil der mich als Fitnesstrainer fertig machen möchte. Was ihm auch gelingt.

Dienstag:
Nein, mir ist noch nichts eingefallen. Aber es sind ja noch ein paar Tage. 
Trotzdem, ein wenig neidisch linse ich zu Kollegen und Kolleginnen. Micha schwelgt seit Tagen im Frühling und haut einen Knaller nach dem anderen raus. 

Dummerweise ist der Beitrag, den unsere Kellerchefin in Ihrem Nebenjob geschrieben hat auch wieder viel zu gut. Obwohl ich nicht weiß, wie sich mein Opernabo mit meinem Phasenprüfer in Zusammenhang bringen lässt.

Während einer viel zu ausgiebigen Laufrunde fange ich an, darüber nachzudenken, dass es "falschen Hasen" auf Hundertachtziggrad° noch nicht gegeben hat.

Aus Küche und Keller

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