Donnerstag, 18. September 2014

Digitaldino

Oder etwas konventioneller ausgedrückt Weinrallye. Thomas Lippert hat hier  nicht nur diesen Begriff geprägt, sondern auch zum Erhalt dieses Habitats aufgerufen.

Und ich wünsche mir, dass sich diesem Apell nicht nur Kenner, sondern ganz ausdrücklich auch Interessierte anschließen. Gerade weil in diesem Rahmen Spaß und Austausch im Vordergrund stehen. Weil ein respektvoller und gepflegter Umgang selbstverständlich ist und tatsächlich ohne formales Regulativ praktiziert wird. 

Stimmt schon, ein Dino halt. Oder vielleicht auch so eine Art Einzelhandel. Der ist auch in schwerem Fahrwasser und muss sich auf die geänderten Gegebenheiten einstellen. Wir werden sehen, ob es klappt.

Und weil  ja lamentieren wenig hilft, habe ich mich also auch ganz vollkommen freiwillig für die September-Gastgeberschaft gemeldet. Leider konnte ich mich, mit dem mir ursprünglich vorschwebenden Thema „Wein & Dessous“, nicht durchsetzen. 



Zu abgedroschen meinten die Cheffinnen.

Dann also „Tristan und Isolde“. 


Auch wenn diese Oper auf der Bühne recht statisch ist, bietet der Stoff doch eine Fülle von Bezügen zum Wein an.

Mittwoch, 10. September 2014

Ins Land von Erwin Pelzig...


...genau, nach Franken hat es uns verschlagen, auf der Flucht vor dem schlechten Wetter. Wie praktisch, dass man dort gut Essen kann, es schöne Weine gibt und so nette Städtchen. Ich nehm Euch mal mit auf eine Zweitagesreise.

Erster Abend, wie so häufig wenn es nach Franken geht Übernachtung in Iphofen. Unsere bevorzugte Anlaufstelle, der Deutsche Hof hatte leider Urlaub, deswegen waren wir eine Nacht im Zehntkeller.

Der Marktplatz...

...und ein Haus mit Rabe.

Blick aus dem Fenster in den schönen Zehntkeller-Garten

Garten, ganz für mich allein...

Nach dem Frühstück und einem Bummel inkl. Weineinkauf ging es mit einem unbebilderten Zwischenstop in Würzburg nach Sommerhausen, um dort im Restaurant Philipp abends zu essen. Herr Toni hat die Zeit bis dahin mit einem Nachmittagsschlaf überbrückt, ich, immer im Dienst des Blogs mit Fotosafari. Sommerhausen ist übrigens so groß klein, dass man in einer halben Stunde einmal um die Stadtmauer laufen kann. Und sehr malerisch!

Das Philipp und die Sommerhauser Hauptstraße.

Hochwasserstandshistorie...

Katzencontent!

Hübsche Häuser...

...und Türen mit Geschichte

Besonders begeistern mich immer die rund um die Stadtmauer angelegten schönen Gemüsegärten.

Fundstücke I

Fundstücke II

Und Türme hat es auch ein paar.

Das Essen mit Weinbegleitung im Philipp am Abend dann war hervorragend (Empfehlung!) und nach einem ausgiebigen Frühstück ging es dann auch langsam wieder in Richtung München. Schee war's!

Und jetzt ein Trommelwirbel!!!!! Alle Teilnehmer der 180° Fussballwette zücken bitte Ihre Tipps! Hier kommt er, der erste Tabellenstand *tusch

- ohne Kommentar -

Freitag, 5. September 2014

Falsche Erika und fleckige Milch



So langsam verschwinden sie wieder, die vielen Touristen, die sich in den letzten vier Wochen in unserer Region zum Wandern, Radfahren, Schauen und Genießen eingefunden hatten. Schön ist es hier eigentlich immer, fernab von städtischer Hektik, wo es nachts so leise ist, dass ich manchmal selbst den Marder hört, wenn er während seines Revierrundganges in unserem Garten schnüffelt. Wo es nachts außerdem so dunkel ist, dass man mindestens vier Mal so viele Sterne an einem wolkenfreien Himmel entdecken kann als in den meisten Orten dieses Landes, weil dort die Lichtverschmutzung tausende der Lichtpunkte am Himmel verschluck.


Allerdings ist unsere regionale Attraktivität für die meisten Gäste nur in den paar Wochen im Jahr gegeben, in denen sich große Teile der Landschaft in ein purpurnes Meer verwandeln, aus dem sich äußerst dekorativ dunkelgrüne Wacholder säulenartig emporstrecken und weißrindige Birken versuchen, die Umgebung mit ihresgleichen zu bevölkern. 

Denn im August ist Heideblütenzeit. Und zwar nicht wie einer landläufigen, aber einem Irrtum unterlegen Meinung nach die der Erika, wie die Pflanzengattung der Familie der Heidekräuter genannt wird.
Nein. Das, was den Nationalpark Lüneburger Heide in eine einzigartige Kulisse für Hermann-Löns-Geschichten verwandelt, ist die Besenheide (calluna vulgaris), die zwar einen gewissen Verwandtschaftsgrad zur Erika besitzt, aber eben nicht als selbige bezeichnet wird.


In diesem Jahr ist die Blüte besonders üppig, denn das Wetter dieses Sommers war genau nach Erikas Callunas Geschmack. Bei sommerlichen Temperaturen mit regelmäßigen Regenschauern konnte sie sich gut entwickeln und sogar zwei Wochen früher als üblich in voller Blüte stehen. Das bedeutet natürlich auch, dass selbige früher als sonst beendet ist. Wer also in diesem Jahr noch einen Eindruck erhalten möchte, der muss sich sputen. Alle anderen sollten sich die Mitte des Augustes 2015 rot oder besser purpur im Kalender markieren.




Für mich ist die Heideblüte mit ihrer Signalfarbe so etwas wie für andere der Knoten im Taschentuch. Heideblüte…mh…da war doch was, da war doch was… aaaaah ja, Torte backen!

Genau. Am letzten Wochenende im August, genau eine Woche nach der Krönung der neuen Heidekönigin feiert unser Dorf Schützenfest. Und da ich sonst nichts zum Schützenverein beizutragen habe, stelle ich für das große sonntägliche Tortenbuffet eine Torte her.

Ein seltenes Ereignis in meiner Küche. Diese Torte muss erst einmal speziell aussehen und als zweites auch gut schmecken, damit sie zwischen den Konkurrenten am Buffet ins Auge sticht und restlos vertilgt wird.

Nachdem ich mit meiner Himbeer-Mascarpone-Torte nun ein paar Mal punkten konnte, wollte ich dieses Jahr etwas Neues ausprobieren. Mir schwebte eine Latte-Macchiato-Torte vor (für Nicht-Italiener = Fleckige Milch-Torte), über die es in meiner Rezeptsammlung und auch im Internet einiges gab, allerdings nichts so recht meinen Vorstellungen genügte. Persönliches Ziel war, dass die Torte nicht nur geschmacklich, sondern auch optisch an das namengebende Getränk erinnert.
Also musste ich mich zurückziehen, mein Kreativzentrum im Gehirn aktivieren und hoffen, dass da was Vorzeigbares und nach Möglichkeit auch Essbares herauskommt.

Optisch fand ich sie schon mal ganz passabel, so dass ich die Torte mit gutem Gewissen gegen Mittag am Tortenbuffet abgeben und erst einmal wieder nach Hause fahren konnte. Als ich dann zu DER Kaffezeit um 15:30 Uhr wieder im Schützengrund ankam, wollte ich natürlich erst einmal schauen, wie viel denn wohl schon gegessen wurde. Ich bin gar nicht bis zum Tresen durchgekommen, da wurde ich bereits von zwei Frauen gestoppt. Weiter brauchte ich auch gar nicht mehr zu gehen, denn mir wurde von beiden versichert, dass kein einziges Stück mehr da sei und sie unbedingt das Rezept dafür haben möchten.
Na bitte, geht doch, der Aufwand hat sich gelohnt. A new star is born, zumindest an unserem dörflichen Tortenbuffet  ;-)

Mittwoch, 3. September 2014

Bewusst keinen Stern!


Zugegeben, das ist ein Formulierung, die bei mir schon mal dazu führt, dass sich eine Augenbraue kurz der Schwerkraft entzieht. Dieser Reflex stellte sich auch ein, als im Zusammenhang mit dem Wirken von Jean-Marie Dumaine dieser Satz fiel.

Natürlich war mir nicht bewusst, dass es sich um den Wildkräuter-Papst handelt. Und auch noch ein bisschen Fernsehkoch. 

Aber dass wir im Zuge unserer JHV 2014 bei Ihm, im "Vieux Sinzig" einen Tisch reserviert hatten und dass an diesem Abend das "Sommerweinfest" mit Gourmet-Menü stattfindet, das wusste ich dann doch. Und es wurde ein Abend, der auf zauberhafte Weise gemeinsam mit dem Gastgebern und den Winzern gefeiert wurde.

Schon das Lokal selbst ist offen, hell und freundlich, irgendwie jugendlich, konzipiert. Und auf den Kräutergarten hin ausgerichtet. In dem die Winzer vom Meister vorgestellt wurden, und anschließend Ihre Stationen aufgebaut hatten. 

Die Tische waren zu langen Tafeln zusammen gestellt, so dass sich das Publikum durchaus auch mischen konnte. Da der Gastgeber auch während des Essens präsent blieb, entstand fast ein bisschen der Eindruck auf einem größeren Familienfest zu sein. Okay, eine Familie, zu der zufällig einige WinzerInnen gehören:


von der Ahr: Marc Adeneuer

aus dem Elsass: Charles Wantz
von der Nahe: von Racknitz
vom Mittelrhein: Josten & Klein
von der Mosel: Werner Rosch

Samstag, 30. August 2014

Weinrallye #77 - Rosé, eine Erfolgsgeschichte!



Die Geschichte von Sacha "live should be easy to drink" Lichine wird ja immer als die große Erfolgsgeschichte dargestellt. Schillernd ist sie allemal, so wie er eine schillernde Persönlichkeit ist. Mit seiner raumgreifenden Präsenz im eleganten weißen Leinenanzug ist er so etwas wie die hedonistische Ausgabe von Sidney Greenstreet, the Fat Man.

Alexis Andrew Serge "Sacha" Lichine ist der Sohn des legendären Alexis Lichine (1913-1989), ein russischer Weinschriftsteller (u.a. Alexis Lichine’s Encyclopedia of Wines and Spirits, New York, 1967) und Unternehmer. Alexis sr. wuchs wie in konservativen wohlhabenden russischen Kreisen seiner Zeit üblich in New York und Paris auf und machte in New York Karriere im Weinhandel. Ende der 1950er Jahre siedelte er nach Bordeaux und kaufte 1961 das ziemlich herunter gewirtschaftete Weingut "Château Prieuré-Cantenac" in Margaux, das er unter dem Namen "Prieuré-Lichine" wieder aufbaute.

Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Sacha damals 28jährig das väterliche Weingut. Auch er hatte seine Zeit in der Schweiz und hauptsächlich in den USA verbracht, wo er unter anderem im angesagten  Bostoner Club und Restaurant Anthony’s Pier 4 als Sommelier arbeite und sich so während des Studiums etwas dazu verdiente. Der Weinkeller dieses Hauses war legendär und die Kontakte, die der gut aussehende junge Franzose (damals noch rank und schlank) dort knüpfen konnte, waren sicher auch nicht zu seinem Schaden. 

Auch Sacha verlegte sich auf den Weinhandel sowie der Organisation von Luxusreisen, nur Bordelaiser Weingutbesitzer zu sein war nicht sein Ding. Nach 10 Jahren verkaufte er Prieuré-Lichine, das aber weiterhin seinen Namen trägt, um sich, wie es heißt, einer neuen Herausforderung bzw. seiner wahren Liebe zu widmen, nämlich in der Provence Wein zu machen. Und zwar, so sein Ehrgeiz, den teuersten Rosé der Welt.

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